
Hamburg (dpa) - Die Grabeskirche im christlichen Viertel der Jerusalemer Altstadt ist das wichtigste Heiligtum der Christen. Hier finden sich unter dem Dach einer verwinkelten und düsteren Basilika die letzten Stationen des Leidenswegs Jesu mit der Kreuzigungsstätte und dem Grab. Traditionell feiern Gläubige dort auch das Osterereignis: die Auferstehung Christi.
Mehr als jedes andere Heiligtum der Christen ist die Grabeskirche Symbol der Zerstrittenheit der verschiedenen Glaubensgemeinschaften. Die Rechte an ihr sind auf sechs Konfessionen verteilt. Um die Streitigkeiten zwischen Katholiken, orthodoxen Griechen, Armeniern, Kopten, Syrern und Äthiopiern zu mindern, wurde 1852 ein «Status Quo» festgelegt. Er ist im Wesentlichen bis heute gültig und regelt unter anderem das Recht auf bestimmte Gottesdienstzeiten.
Vom ersten Bau aus dem 4. Jahrhundert unter Kaiser Konstantin ist nur die Grabeskapelle und die mächtige Rotunde erhalten. Die Kirche wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Die heutige Grabeskirche ist das Ergebnis eines Umbaus zu Zeiten der Kreuzfahrer und späterer Renovierungsarbeiten. Sie zählt zum UNESCO-Welterbe.