Die bisherigen Ergebnisse für die Union sind achtbar, stellt Philipp Amthor im DLF-Interview fest. Neun von 15 Forderungen aus dem Sofortprogramm der CDU wurde bereits einvernehmlich zugestimmt. Dazu zählen „die wichtigsten migrations- und wirtschaftlichen Forderungen“. Auch bei den weiteren Punkten gibt es derzeit „mehr Einigungen als Dissense“ in Richtung Union.

Niemand glaube, „dass man mit einem Wahlergebnis von unter 30 Prozent 100 Prozent umsetzen kann“, so Amthor. Kompromisse gehören zu den Verhandlungen dazu. „Die Union wird sich weiter dafür einsetzen, dass Deutschland wieder nach vorne kommt. „Dafür legen wir gerade die richtigen Grundlagen.“

Illegale Migration beenden

Die Probleme der illegalen Migration zu lösen, ist das Ziel der Union in den laufenden Verhandlungen. Die Verhandlungen sind kompliziert. Amthor macht deutlich, dass Kompromisse immer ein Teil der Ergebnisse sind. „Ich wünsche mir schon, dass es am Ende nicht heißt, jetzt hat sich nur der eine oder andere durchgesetzt – und das ist jetzt nur die Migrationspolitik von Friedrich Merz.“ Die Union möchte „mit der SPD ein gemeinsames Verständnis entwickeln“.

„Wir wollen illegale Migration beenden und dafür sorgen, dass das System vom Kopf wieder auf die Füße gestellt wird. Und das wird uns auch gelingen.“ Philipp Amthor.

Ziel muss sein, „dass wir eine Migrationspolitik haben, die auch von der gesamten Regierung getragen wird“. Das Sondierungspapier ist dazu eindeutig, so Amthor. „Die Spitzen von CDU, CSU und SPD werden offene Fragen „vertrauensvoll miteinander klären“.

Notwendige Investitionen tätigen

Eine Bundesregierung muss auch finanziell handlungsfähig sein, sagt Amthor. Einnahmen und Ausgaben müssen zueinander passen Diese Grundeinstellung war schon immer CDU-Position. Die Ampel hinterlässt eine große Haushaltslücke: Experten berechnen schon jetzt ein Minus in Milliardenhöhe in den Planungen.

„Wir hätten uns gewünscht, dass es eine andere Reihenfolge ist: erst die Reformen, dann ein Reden über neue finanzielle Grundlagen. Jetzt musste es anders sein. Aber das ist keine Absage an eine ambitionierte Reformagenda für Deutschland.“ Philipp Amthor

Vor allem bei Sicherheit und Verteidigung muss die nächste Bundesregierung sehr schnell handeln und investieren. „Deshalb war es sehr dringend notwendig, dass wir zügig – und sogar vor Beginn einer neuen CDU-Kanzlerschaft – die Grundlagen für die Verteidigungsausgaben legen.“ Dafür musste auch die Union einen größeren Kompromiss eingehen. Jetzt werden die notwendigen Reformschritte verhandelt.

Viele CDU-Neumitglieder

Philipp Amthor ist auch der Mitgliederbeauftragte der CDU. Im Interview sagt er, dass nach der Bundestagswahl viele Frauen und Männer in die CDU eingetreten sind. Sie wollen den Kurs der Union in der nächsten Koalition unterstützen. Aber natürlich gebe es auch Austritte in solchen Zeiten. Damit habe jede Partei immer wieder zu tun.

„Natürlich gibt es eine große Erwartungshaltung der CDU-Basis, was die Koalitionsverhandlungen angeht. Da will man, dass auch unsere Handschrift erkennbar ist“, sagt Amthor. Diese Erwartung ist für ihn ein Ansporn, „dass wir in den Verhandlungen auch unser CDU-Profil durchsetzen“.

Das Interview mit Philipp Amthor beim Deutschlandfunk können Sie hier nachhören.